Zurück aus Gambia wird mir oft die Frage gestellt: "Und, wie war es?" Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten, denn es gab sehr rührende Momente, aber auch schockierende. Es gab Bewundernswertes, aber auch Abstoßendes. Eigentlich von allem etwas.
Für mich war es das erste Mal, dass ich so direkt mit der Armut konfrontiert wurde. Bisher kannte ich sie nur vom Fernsehen, dieses aber in der Realität zu sehen und direkten Kontakt mit armen Menschen zu haben, ist etwas ganz anderes.
Ich kann es gar nicht in Worte fassen, was in mir vorging, als ich an unserem ersten Tag die Schule/ Kindergarten von Bakau betrat. Zuerst sah ich zwei Blechhütten, in denen sich 5 Räume mit insgesamt 284 Kindern befanden. Sie waren auf engstem Raum zusammengepfercht.
Dann sah ich diese strahlenden Kinderaugen und die vielen kleinen Hände, die mir entgegengestreckt wurden. Ich war ganz überwältigt von so einem herzlichen Empfang. Nachdem wir dann von der Direktorin und ihren Lehrern willkommen geheißen worden sind, sangen die Kinder für uns. Rosi und mir standen vor Rührung die Tränen in den Augen.
Wie viele diese armen Kinder einem geben können, war überwältigend.
Dann zeigte die Direktorin uns auf dem Grundstück, wo die gesponserten Toiletten, der Waschraum und die Schule gestanden hatten.
Der Besitzer des Grundstückes hat alles abreißen lassen, da er das Grundstück nach 32 Jahren selbst nutzen will. Er hat bereits angefangen dort zu bauen, Rosi war außer sich. Ich musste ihr leider auch sagen, dass wir da am kürzeren Hebel sitzen und keine Chance haben. Es war so wahnsinnig frustrierend. Als Entschädigung hat die Direktorin ein anderes Grundstück geschenkt bekommen, um dort ihre Schule aufbauen zu können. Damit so etwas Schreckliches nicht noch einmal passieren kann, lässt sich die Direktorin die Grundstücksübereignung schriftlich geben. Es fehlen jetzt nur noch die Unterschrift von dem zuständigen Minister, dann könnten die Bauarbeiten sofort beginnen, wenn genug Geld vorhanden wäre.
Es werden 120.000SEK benötigt um das Schulgebäude mit Toiletten und Waschraum bauen zu können. Material kann vor Ort erworben werden und ausreichend Arbeitskräfte stehen zur Verfügung.
Wer wäre bereit, uns bei diesem Projekt zu unterstützen?
Bis Juni können die Kinder dort noch zur Schule gehen, dann müssen die Blechhütten weichen. Da die Regenzeit bevorsteht, haben wir nicht viel Zeit um diesen Kindern ein Dach über den Kopf zu geben und zu helfen, ihnen eine Zukunft zu bieten.
Geht es uns nicht allen so gut, dass wir ein kleines Stück davon abgeben könnten?
Als ich am ersten Elternabend von Rosis Gambia-Projekt erfahren habe und was sie so alles seither auf die Beine gestellt hat, finde ich, dass sie jegliche Unterstützung verdient hat. Dort wissen wir, dass das Geld ankommt und dass es den Ärmsten hilft. Rosi arbeitet mit einem jungen Gambianer, Rambo, zusammen. Er ist vor Ort die Kontaktperson und ein Ansprechpartner.